2022

Berliner Requirements Engineering Symposium

Syntax zur Formulierung von Anforderungen in Normen

Damian A. Czarny

VDE e.V.

Abstract

Anforderungen in Normen definieren was erfüllt werden muss damit z.B. ein Produkt, eine Schnittstelle oder ein Prozess dem anerkannten Stand der Technik entspricht. Die Definition der Anforderungen basiert dabei auf relativ lockeren Regeln, wie generellen Empfehlungen oder der Verwendung von Schlüsselwörtern zur Angabe der Verbindlichkeit (DIN 820). Dieser hohe Freiheitsgrad bei der Strukturierung und Formulierung von Anforderungen ist einer der Hauptursachen für die teilweise sehr großen Qualitätsschwankungen bei Normen. Diese Schwankungen erschweren maßgeblich die Lesbarkeit, Eindeutigkeit, Vergleichbarkeit und schlussendlich die Anwendung und Interpretation der Normen. Zur Behebung dieser Probleme und um einen ersten Schritt in Richtung maschinelle Verwertbarkeit (SMART Standards, Industrie 4.0, KI) zu gehen, wurde im Rahmen eines europäischen Pilotprojektes eine (semi-formale) Syntax zur Formulierung von Anforderungen in Normen entworfen. Die Syntax basiert dabei auf den Ideen der ISO/IEC/IEEE 29148 und definiert für unterschiedliche Anwendungsfälle sogenannte Satzschablonen (sentence pattern). Erste Tests zeigen: Mithilfe der Schablonen können Anforderungen eindeutiger, konsistenter und klarer formuliert werden. Somit kann die Verwendung einer Requirement Syntax zu einer signifikanten Verbesserung der Anwendbarkeit von Normen führen.

Biografie

Damian A. Czarny ist als Geschäftsfeldleiter Digitalisierung DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE) beim VDE e.V. in Offenbach am Main tätig. Das Geschäftsfeld ist für die strategische Ausrichtung, Initiierung und Umsetzung von IT- und Digitalisierungsprojekten im Bereich der Normung zuständig. Als Initiator hat er 2020 die nationale Initiative für digitale Standards (IDiS) von DKE und DIN ins Leben gerufen. Studierter Informatiker (M. Sc.) der Technischen Universität Darmstadt mit den Schwerpunkten Künstliche Intelligenz, IT-Security, Netzwerktechnologien und Software-Entwicklung. Er verfügt über 8 Jahre Berufserfahrung als Software-Entwickler in den Bereichen Anwendungsentwicklung, Sicherheitssysteme und Embedded Systems sowie über eine mehrjährige Erfahrung im (Multi-)Projektmanagement.