2019

Berliner Requirements Engineering Symposium

Herausforderungen eines systematischen Anforderungsmanagement in interdisziplinären Netzwerken meistern

PD Dr.-Ing. habil. Nadine Schlüter

Bergische Universität Wuppertal, Fachgebiet Produktsicherheit und Qualität

Abstract

Die Globalisierung und die fachdisziplinübergreifende Lösungsfindung für spezifische Kundenprobleme führen in der heutigen Zeit dazu, dass die Entwicklung komplexer Produkten in Unternehmensnetzwerken realisiert wird. Hierdurch werden benötigte Kompetenzen und neue, potentielle Märkte verfügbar.

Die netzwerkbasierte Zusammenarbeit stellt allerdings Herausforderungen an die Art und Weise der gemeinsamen Produktentwicklung, die auch das Anforderungsmanagement beeinflussen. Aktuelle Studien und in den letzten 12 Monaten durchgeführte Befragungen in der deutschen Industrie belegen Probleme wie unterschiedliche, nicht aufeinander abstimmbare Vorgehensweisen einzelner Partner, Missverständnisse bei der Anforderungsbeschreibung, nicht-kompatible Modellierungen der Anforderung und Komponenten bzw. Teilsysteme sowie mangelnde Schnittstellen zwischen Softwaresystemen.

Um diese Probleme systematisch und zielorientiert angehen zu können, wird im Rahmen des DFG- Projekts „ReMaiN“ Grundlagenforschung durchgeführt, deren Ziel es ist, Vorgehensweisen des Anforderungsmanagement disziplinübergreifend und netzwerk-geeignet zu einem einheitlichen Konzept weiterzuentwickeln. Der entwickelte „ReMaiN“-Kubus soll Industrieunternehmen, die in Netzwerken Produkte entwickeln, beim Aufbau und Betreiben eines effizienten Anforderungsmanagements helfen, indem konkrete Lösungswege je spezifischer Netzwerksituation zusammengestellt werden können.

Im Vortrag werden dabei die Herausforderungen des heutigen Anforderungsmanagements, die in Workshops mit der deutschen Industrie erarbeitet wurden, bezüglich der netzwerk-basierten Produktentwicklung dargelegt. Wie diese mit Hilfe des ReMaiN-Kubus gemeistert werden können, wird anschließend durch ein Anwendungsbeispiel aus der Smart Home Industrie aufgezeigt.

Biografie

Frau PD Dr.-Ing. habil. Nadine Schlüter ist Oberingenieurin am Fachgebiet Produktsicherheit und Qualität der Bergischen Universität Wuppertal. Nach Abschluss des Diplom-Studiengans Logistik an der TU Dortmund in 2006 arbeitete Sie am Lehrstuhl für Qualitätswesen der TU Dortmund sowie parallel am RiF e.V., Dortmund in diversen Forschungsprojekten zum Thema Qualitätsmanagement und Logistik. 2009 wechselte Sie an das Fachgebiet Produktsicherheit und Qualitätswesen der Bergischen Universität Wuppertal, wo Sie 2013 zum Dr.-Ing. promovierte. Sie erhielt 2014 den Walter-Masing- Preis der DGQ für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Themenfeld der Qualität. 2017 habilitierte Sie, ebenfalls an der Bergischen Universität Wuppertal, und hat seitdem die Lehrbefugnis für das Fach „Generic Systems Engineering“. Ehrenamtlich engagiert sich Frau Schlüter u. a. als Regionalkreisleiterin, Fachkreisleiterin und Delegierte der DGQ. Sie ist Mitglied der Gesellschaft für Systems Engineering und des Leipniz-Instituts für interdisziplinäre Studien.